Studiotechnik
Auch wer nicht aus einem richtigen Radiostudio sendet, muss auf das Senden nicht verzichten und kann sich mit relativ wenig Aufwand ein Ministudio zusammenstellen. Für Sendungen innerhalb der Schule oder des Jugendhauses erfüllen die heutigen Geräte semiprofessionelle Ansprüche. Diese Geräte können zum Teil auch bei Medienzentren und/oder Musikgeschäften ausgeliehen werden.
Es sollte mindestens ein ruhiger Raum sowie ein Tisch mit Stühlen vorhanden sein.
Das Mischpult
Ein Mischpult besteht aus mehreren Kanälen. Jedem Kanal kann ein Zuspielgerät/eine Stimme (Mikrofon, CD-Player, Minidisc-Recorder, Computer etc.) zugeordnet werden. In einer klassischen Studiosituation, wie sie zum Beispiel in einem Klassenzimmer relativ einfach nachzubilden ist, werden an ein kleines bis mittleres Mischpult mit 4 - 16 Eingangskanälen die diversen Zuspielgeräte angeschlossen. An einigen Mischpulten besteht die Möglichkeit des sogenannten Faderstarts: Durch Hochziehen des Lautstärkefaders werden automatisch entsprechend das an diesem Kanal angeschlossene Zuspielgerät gestartet und gibt den Ton sofort wieder. Für Rundfunk- und Liveproduktionen jeglicher Art ist dies ein unschätzbarer Vorteil der Arbeitserleichterung und der sauberen Mischung.
Wie bei allen anderen Audiogeräten hängt der Kauf eines Mischpults davon ab, was man mit ihm machen möchte. Es gibt einfache und preiswerte Mischpulte bereits ab etwa 150 Euro. Nach oben sind nahezu keine Grenzen gesetzt. Bekannte Hersteller sind beispielsweise Behringer und Yamaha.
Weitere Erfordernisse:
- Verstärker mit Kabeln zu den Außenlautsprechern (Achtung: diese müssen meist recht lang sein und sollten daher gut "abgeschirmt" sein, damit ein guter Sound aus den Lautsprechern rauskommt).
- zwei CD-Player mit Kabeln zum Mischpult.
- evtl. noch andere Zuspielgeräte (wie Mini-Disk-Gerät), mit Kabeln zum Mischpult.
- Lautsprecher für das Abhören, dies können kleinere Lautsprecher ohne besondere Leistungsmerkmale sein.
- Mikrofon und Mikrofonständer mit Kabel zum Mischpult.
- Lautsprecher außerhalb des Studios für Schulradiosendungen etc. Dies sollten gute Lautsprecher sein, die auch höhere Schalldrücke (Bässe) aushalten. Auch hier empfiehlt es sich, sie im Spezialgeschäft auszuprobieren. Die Preise variieren stark, ebenso die Qualität.
- Ein Gerät zur Aufnahme dessen, was gesendet wird.
Ins Internet kann man eine Radiosendung ebenfalls live als "stream" oder "on demand" (das heißt auf Nachfrage, also mit Klick) stellen. Jede/r auf der Welt kann dann die Sendung über das Internet hören. Man benötigt dafür:
- Einen Server, der das Signal in die weite Welt sendet. Zu diesem Server braucht man die entsprechende Zugangsberechtigung. Manche Hochschulen oder auch Provider stellen solch einen Zugang (zum Teil auch kostenlos) zur Verfügung.
- Einen Computer - auf dem zum Zeitpunkt des Sendens nichts anderes gearbeitet werden sollte - der dem Server das Signal zusendet und zwar über mindestens ISDN, besser noch DSL-Verbindung. Bei ISDN-Leitungen ist diese Verbindung zum Zeitpunkt des Sendens für niemanden anderen nutzbar.
- Um dem Server das richtige Datenformat zur Verfügung zu stellen, benötigt man den Real Producer als Software, der die Audiodaten komprimiert und als "stream" auf den Server schickt.
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Autoren: Ingrid Bounin/Andreas Konitzer für MediaCulture-Online
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