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Mehrsprachige Ping-Pong-Mail

Eine Fortsetzungsgeschichte im "Und-dann-Verfahren" soll entstehen, und zwar jeweils in Episoden, deren Teile von einer Gruppe zur anderen gemailt werden, um dort weitergeführt und zurückgeschickt zu werden. Die Geschichte kann entweder anderssprachig (z.B. in Türkisch oder in Kroatisch) geschrieben werden oder aber auch gemischtsprachig, wobei jeweils Übersetzungen nötig sind, damit die Geschichte fortgesetzt werden kann.

 

In beiden Gruppen, die auch zwei Schulklassen verschiedener Schulen sein können, muss es jeweils einen PC mit Internetanschluss geben. Optimal wäre, wenn in beiden Gruppen dieselben Sprachen vorhanden wären, dann könnten sich nämlich hie und da sprachhomogene Kleingruppen bilden, welche die eintreffenden E-Mails lesen können und weiterführen.

 

Beispiel für die Gruppenaufteilung und ihre Funktionen:

  • In beiden Gruppen gibt es Kinder deutscher, türkischer, polnischer und spanischer Muttersprache.
  • Es können also drei verschiedensprachige Geschichten entstehen.
  • In jeder der beiden Gruppen (1 und 2) bildet sich eine deutsche (D1 und D2), eine türkische (T1 und T2), eine polnische Kleingruppe (P1 und P2) sowie eine spanische Kleingruppe (S1 und S2).
  • In beiden Gruppen (1 und 2) wird nun jeweils die erste Episode von insgesamt vier Geschichten geschrieben, z.B. beginnen D1 und T1 in der einen und P2 und S2 in der anderen Gruppe.
  • Ihre Partner-Kleingruppen erhalten die ersten Episoden per Mail, schreiben die zweiten Episoden dazu und senden sie per Mail zurück.

Es reichen zunächst 5 E-Mail-Adressen, die die Betreuungspersonen während der Projektvorbereitung den Kindern aushändigen.

 

Vorbereitung mit der gesamten Gruppe:

Zunächst wird den Kindern das Projekt vorgestellt. Optimal wäre es, ihnen ein Beispiel einer E-Mail und deren Textelemente zu geben.

Beispiel für Elemente einer E-Mail:

Text 1: Begrüßungszeile des/der Adressaten

Text 2: Kerntext

Text 3: Grußzeile mit Namen des/der Absenders/in

Text 4: Fußzeile mit Adresse, Telefonnummer, Name der Organisation etc.

Konkretes Beispiel, bereits mit türkischen Einfügungen:

 

Es entsteht folgendes "Mail-Sendeschema":

D1 - D2 - D1 - D2 -....

T1 - T2 - T1 - T2 -....

P2 - P1 - P2 - P1 -....

S2 - S1 - S2 - S1 -....

 

Die Geschichten: Den Kindern steht es frei, Themen zu finden. Es ist aber auch reizvoll, für alle vier Geschichten dieselben Personen vorzugeben, jede der vier Geschichten spielt an anderen Orten, zu anderen Zeiten oder in völlig verschiedenen Situationen.

 

Beispiel für handelnde Personen:

Frau Maier, Herr Maier, die Kinder Michael und Petra, die Großmutter, der Hund Fips und der Onkel Martin, der Erfinder ist.

 

Geschichte 1 (für die beiden deutschen Kleingruppen): Herr und Frau Maier lernen einander kennen und heiraten.

Geschichte 2 (für die beiden türkischen Kleingruppen): Die Kinder sind bereits auf der Welt. Sie beziehen ein altes Haus.

Geschichte 3 (für die beiden polnischen Kleingruppen): Alle fahren gemeinsam auf Urlaub.

Geschichte 4 (für die beiden spanischen Kleingruppen): Onkel Martin überrascht sie mit einer seltsamen Erfindung.

 

Anzahl der Episoden:

Jede Geschichte sollte zweimal hin und her gemailt werden. Daraus ergeben sich jeweils 4 Episoden. Jede Kleingruppe erfindet daher zwei Episoden.

 

Zwei Vorbereitungsstunden:

In beiden Gruppen wird das Projekt vorgestellt. Die folgenden Überlegung gehen von der oben angenommenen Struktur aus (vier Sprachen in einer Gruppe). Die Kinder jeder Gruppe können nun einen Anfang für je zwei Geschichten mit handelnden Personen und Ausgangssituationen erfinden, die dann von den zwei Kleingruppen (siehe oben "Die beiden Gruppen") aufgegriffen, als E-Mail geschrieben und an die jeweils andere Gruppe versandt werden.

 

Selbstständiges Weiterarbeiten in den nächsten zwei Wochen:

Ungefähr zur gleichen Zeit, da die ersten beiden E-Mails (Deutsch und Türkisch) von Gruppe abgeschickt werden, erhält die Gruppe nun die ersten Emails von Gruppe 2 (Polnisch und Spanisch). Ab diesem Zeitpunkt ist ein selbstständiges Weiterarbeiten möglich.

 

Übersetzungen am Projektende:

Nun sollten alle Geschichten in die jeweils anderen Sprachen übersetzt werden. In wie weit hier Schülerinnen und Schüler bzw. muttersprachliche Betreuungspersonen eingebunden werden, muss gemeinsam mit den Gruppen besprochen werden.

 

Projektablauf bei ungünstigen Sprachaufteilungen:

Natürlich wird nicht immer der oben beschriebene Idealfall zutreffen. Möglicherweise werden sich weniger sprachhomogene Kleingruppen bilden können oder aber anderssprachige Kinder in anderen Kleingruppen mitarbeiten. Trotzdem sollte eine halbwegs ausgewogene Aufteilung erzielt werden. Oder die Gruppen bilden sich für dieses Projekt überhaupt neu, nämlich gleich von Anfang an in der richtigen "Sprachproportion" (z.B. drei türkische Kinder, drei polnische, drei spanische in jeder der beiden Gruppen).

 

 

Rahmenbedingungen für das Projekt "Mehrsprachige Ping-Pong-Mail"

Allgemeine Ziele Entwicklung einer mehrsprachigen Kettengeschichte.
Themen Inhalt ist von den Kindern frei erfunden.
Spielergebnis, Produkt Mehrsprachige Geschichte via E-Mails.
Präsentationsmöglichkeit Intern für zwei Gruppe / Gruppenübergreifend, Präsentationsmöglichkeit.
Sprachen anderssprachig, zweisprachig oder vielsprachig.
Arbeitsweise Arbeit unter zwei Gruppen, die mit Email verbunden sind.
Teilnehmer 8 bis 15 Kinder je Gruppe.
Alter der TN 9 bis 13 Jahre
Dauer 2 (Schul-)Stunden mit Pause als Vorbereitung, selbstständiges Weiterarbeiten.
Betreuungspersonen Eine Betreuungsperson je Gruppe.
Geräte Ein PC mit Internetanschluss pro Gruppe.
Vorbereitungszeit/Vorkenntnisse Grundkenntnisse am PC (E-Mail verfassen, versenden und empfangen).
Räumlichkeiten Innenräume

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