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Hearing der SPD zur Medienkompetenz

Vor dem Hintergrund der jüngsten Gewalteskalation an einer Schule in Emsdetten befasste sich die SPD-Landtagsfraktion am 23. November 2006 in einer Anhörung mit der Frage, wie Medienkompetenz und gewaltfreie Konfliktlösung bei Kindern und Jugendlichen verbessert werden können. Einig waren sich die Fachleute, dass der verantwortungsvolle Umgang mit Medien geübt und von Eltern, Schulen und der freien Jugendarbeit unterstützt und dass die Vermittlung von Medienkompetenz in allen pädagogischen Ausbildungsgängen verankert und in die Elternarbeit in Schule und Kindergarten verstärkt werden muss.

 

Wir haben die Beiträge der verschiedenen Experten aufgezeichnet, so dass Sie sie hier nochmals anhören können.

 

Ute Vogt, SPD-Fraktionsvorsitzende Baden-Württemberg

 

Birgit Kipfer, medienpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion

 

Professor Horst Niesyto, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg

 

Albrecht Kutteroff, Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest

 

Harald Schaber, Landeskriminalamt Stuttgart

 

Jochen Mack, Landesjugendring Baden-Württemberg

 

Siegfried Czernohorsky, Bildungsministerium Rheinland-Pfalz

Ute Vogt, SPD-Fraktionsvorsitzende

Das Thema "Wege zur Förderung der Medienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen" habe unvermittelt Aktualität erhalten, sagte Ute Vogt zu Beginn des Hearings im Plenarsaal des Stuttgarter Landtages. Aber es sei ihr und ihrer Partei nicht daran gelegen auf ein komplexes Thema simple Anworten zu geben. Vielmehr wolle die SPD mit der Veranstaltung zu einer grundsätzlichen Debatte über die Jugendmedienkompetenz beitragen. Gesetze allein, so Ute Vogt, helfen angesichts solcher Vorkommnisse wie in Emsdetten sicher nicht weiter.

Hier ihr Vortrag als Ton.

 

 

 

Birgit Kipfer

Birgit Kipfer, medienpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, erinnerte an die Enquête-Kommission, die vor zehn Jahren zum Thema Multimedia stattgefunden hat. Das Hearing greife nun neue Entwicklungen auf und frage danach, was wir tun können, um Kinder fit zu machen, mit der Medienwelt umzugehen. Die Vermittlung von Medienkompetenz, so Birgit Kipfer, sei dabei präventiver Jugendschutz. Auf diesem Wege sei das Ziel, Kinder und Jugendliche im Umgang mit Medien zu unterstützen und gegen Gefährdungen und Gewalt zu wappnen, besser zu erreichen als über Verbote. Hier ihr Vortrag als Ton.

 

Hier ihr Vortrag als Text.

 

 

Professor Horst Niesyto, PH Ludwigsburg

Professor Horst Niesyto von der PH Ludwigsburg forderte, dass sich zunächst die Medienschaffenden selbst ihrer gesellschaftlichen Verantwortung stärker bewusst werden müssten. Darüber hinaus schlug Professor Niesyto ein ganzes Bündel von Maßnahmen zur Verstärkung der Medienbildung in Baden-Württemberg vor, zum Beispiel sie als verbindlichen Bestandteil der Ausbildung von Erzieher/innen, Lehrer/innen und Sozialarbeiter/innen zu verankern, sie verstärkt für Kinder und Jugendliche aus benachteiligten Milieus anzubieten, den Jugendmedienschutz auszubauen und Angebote wie mediaculture-online zu erhalten.

Hier sein Vortrag als Ton.

 

Hier sein Vortrag als Text.

 

Albrecht Kutteroff, Medienpädagogischer Forschungsverbund

Albrecht Kutteroff vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest stellte die aktuelle Jugendmedienstudie (JIM 2006) vor. Jährlich werden Zahlen zur Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen erhoben. In diesem Jahr zeigt die Studie einmal mehr auf wie umfassende digitale Medien bei Kindern und Jugendlichen bereits Fuß gefasst haben. Albrecht Kutteroff plädierte dafür den Bemühungen für den Jugendschutz durch Medienkompetenzförderung zu ergänzen. Im Hinblick auf die steigenden Anforderungen an Medien- und Kommunikationskompetenzen in allen Berufen seien Aktivitäten der Medienbildung unerlässlich.

Hier sein Vortrag als Ton.

 

Harald Schaber, Landeskriminalamt

Über die Gefährdungen, denen Kinder und Jugendliche heute ausgesetzt sind, berichtete Harald Schaber, Leiter des Referats Prävention beim Landeskriminalamt. Er nannte vor allem das Internet, Chats und Gewaltvideos auf Handys. Insbesondere Eltern müssten noch mehr sensibilisiert und in der Prävention tätige Polizeibeamte weiter qualifiziert werden. Schaber plädierte außerdem für eine schärfere Indizierung von so genannten Killerspielen und eine Verschärfung der Alterseinstufung bei Computerspielen.

Hier sein Vortrag als Ton.

 

Hier sein Vortrag als Text.

 

 

Jochen Mack, Landesjugendring

Große Defizite bei der Vermittlung von Medienkompetenz an Jugendliche sieht Jochen Mack vom Landesjugendring. Junge Menschen seien hierzulande in einem Dilemma: einerseits erwarte man in Schule und Beruf einen kompetentenen Umgang mit Medien, andererseits würden die Medien verteufelt. Handlungsbedarf sieht der Landesjugendring vor allem in der Aus- und Weiterbildung von Pädagog/inn/en sowie in der verlässlichen Förderung von Medienbildung, die sich nicht in Projekten erschöpfen dürfe.

Hier sein Vortrag als Ton.

 

Hier sein Vortrag als Text.

 

Siegfried Czernohorsky, Bildungsministerium Rheinland-Pfalz

Siegfried Czernohorsky, Ministerialrat im Bildungsministerium Rheinland-Pfalz, schilderte die Anstrengungen des Nachbarlandes, um die Vermittlung von Medienkompetenz flächendeckend an die Schulen zu bringen. Man habe diese Initiative mit dem Ausbau von Ganztagesschulen verknüpft. Mit der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) gebe es eine Kooperation, um die Medienbildung in den Ganztagsschulen zu verankern. Dort sind Medienpädagog/inn/en angestellt, die Vorhaben an den Schulen umsetzen. Hier sein Vortrag als Ton.