Globalisierung, Migration und Medien
Vom 18. bis 20. November 2005 fand in Bielefeld das Forum Kommunikationskultur 2005 der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) statt. Es widmete sich der Thematik "Globalisierung, Migration, Medien - neue Konzepte für Pädagogik und Bildung".
"Migration, Globalisierung und Medien gehören zusammen. Moderne elektronische Kommunikation ist aktuelle Voraussetzung für Globalisierung, Migration ist eine Folge von Globalisierungsprozessen", hieß es im Veranstaltungsprogramm.
Vortragende aus den Bereichen Wissenschaft, Kulturbetrieb, Pädagogik und Unternehmen nahmen die Auswirkungen der Globalisierungsprozesse in den Blick und bewerteten sie hinsichtlich ihrer medialen Verarbeitung. Dabei kamen die jüngsten Unruhen in Frankreich ebenso zur Sprache wie die Vielfalt der weltweiten Hip-Hop-Kulturen oder die Anforderungen an interkulturelle Medienbildung. Einige der Vorträge haben wir aufgezeichnet.
Lothar Mikos: Glokale Kulturen und mediatisierte Identitäten
"Die Medien sind ein Ausdruck unserer Kultur und unsere Kultur funktioniert in erster Linie durch die von Medien zur Verfügung gestellten Materialien". Ausgehend von dieser These von Manuell Castells betonte Professor Lothar Mikos (Hochschule für Film und Fernsehen, Potsdam), dass die Bedeutung dieser Materialien jedoch erst im sozialen Gebrauch durch die Menschen vor Ort entsteht. Anhand der Beispiele Fernsehen, Fußball und Hip-Hop zeigte er die globalisierte Medienwelt einerseits und ihre lokalen Ausprägungen andererseits.
Heinz Moser: Interkulturelle Medienbildung
Der Vortrag von Professor Heinz Moser (Pädagogische Hochschule Zürich) stellte Ergebnisse einer Studie vor mit dem Titel "Funktion der Medien bei der Konstruktion sozialer Identitäten in einer multikulturellen Gesellschaft". Er hob hervor, dass es hybride Formen der Identitätsentwicklung gebe, die jeweils Einflüsse aus verschiedenen Kulturkreisen einbeziehe. Daher ergebe sich die Notwendigkeit neue Konzepte im Rahmen der Medienbildung zu entwickeln. Moser gab zu bedenken, dass sowohl die klassischen Integrationsforderungen wie die romantisierenden Vorstellungen von "Multikulti" zu kurz greifen.
Ingrid Volkmer: Global Media Generation
Der Vortrag von Professorin Ingrid Volkmer (University of Otago, Neuseeland) stellte die Ergebnisse des internationalen Projekts "Global Media Generation" vor. Es wurde in neun Ländern durchgeführt und erhob mit qualitativen Methoden die Medienerinnerung in drei Generationen. Befragt wurde die "Radio-Generation" (geboren in den 20er/30er Jahren), die Fernseh-Generation (geboren in den 50er/60er Jahren) und die Multimedia-Generation (geboren ab 1980).
Horst Niesyto: Chancen und Perspektiven interkultureller Medienpädagogik
Im Zusammenhang mit der globalisierten Kommunikation und der Migrationsproblematik sind in den vergangenen Jahren vermehrt Initiativen und Projekte im Bereich interkultureller Medienpädagogik entstanden. Professor Horst Niesyto (PH Ludwigsburg) stellte die beiden Projekte "Chicam" und "Videoculture" vor, bei denen Kinder aus verschiedenen Ländern Medien zur - zum Teil non-verbalen - Kommunikation einsetzten.
Autorin: Ingrid Bounin











