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Anderssprachige Interviews

Kinder interviewen eine Frau mit Kopftuch
© Wolfgang Schmidt

Hier geht es darum, dass zunächst gleichsprachige Kinder untereinander Interviews in ihren Muttersprachen führen und in einer weiteren Phase andere gleichsprachige Personen interviewen. Basis der Interviews ist ein zuvor erarbeiteter Fragenkatalog. Das heißt, die Fragen sind in allen Sprachen dieselben. Ziel ist eine Sammlung von Interviews in verschiedenen Sprachen.

Das Konzept, anderssprachige Interviews im Öffentlichen Raum zu führen, hat auch das Ziel, Medien (in diesem Fall die Audioaufnahme) demonstrativ anderen Sprachen auch in exklusiver Form zugänglich zu machen und somit einer Kontrolle, von welcher Seite auch immer, zu entziehen.

 

Die Interviewfragen:

Die Kinder entwerfen gemeinsam den Fragenkatalog von insgesamt drei Fragen. Thematisch gibt es grundsätzlich keine Vorgaben. Formal sollen die Fragen so gestellt werden, dass ergiebige Antworten möglich sind (keine Fragen, die nur mit "Ja" oder "Nein" beantwortet werden können; keine Prüfungsfragen wie etwa "Welche Busse fahren zum Platz X?" u.s.w.). Natürlich kann eine bestimmte Thematik vorgegeben sein. Sie sollte alle Kinder wie Erwachsene gleichermaßen interessieren.

 

Beispiel für Interviewfragen:

Was war dein (Ihr) schönster Urlaub?

Erzähle (Erzählen Sie) von deinem (Ihrem) lustigsten Erlebnis!

Was fällt dir (Ihnen) zum Wort "Wasser" ein? Erzähl (Erzählen Sie) darüber!

 

Anschließend übersetzen die Kinder die Fragen in ihre Muttersprachen.

 

Die Probeinterviews:

Jetzt verteilen sich die Kinder in so viele Gruppen, als Aufnahmeeinheiten vorhanden sind (Minimum: 3 Geräte; bei ca. 20 Kindern wären das sieben Kinder pro Kleingruppe). Die Kinder interviewen nun ihre gleichsprachigen Kolleginnen und Kollegen.

 

Anhören der Aufnahmen:

Das Ergebnis - im besten Fall so viele Interviews wie es Kinder in der Gruppe gibt - wird einmal angehört und nachher besprochen. Eventuell ist eine Korrektur der Fragen nötig, um längere Antworten zu erhalten.

 

Die Abwicklung der Interviews mit Erwachsenen:

Die Interviewaktion mit Erwachsenen muss sorgfältig geplant sein. Nicht die gesamte Gruppe bzw. Klasse sollte losziehen, sondern maximal vier Kinder pro Termin in Begleitung mit einer Betreuungsperson und einem Aufnahmegerät. Da ja vor allem Interviews unter Gleichsprachigen aufgenommen werden sollten, müssen die Kinder zuvor klären, welche Sprache ein Passant oder eine Passantin spricht. Eine einfache Frage kann dies klären.

 

Beispiele für Introfragen für ein Interview:

Darf ich Ihnen eine Frage stellen?

Darf ich Sie kurz interviewen?

 

Meistens können die Kinder am Akzent feststellen, ob die Leute dieselbe Sprache als Muttersprache sprechen wie sie selbst. Wenn dies der Fall ist, sprechen sie einfach in ihrer Sprache weiter und führen so das Interview.

 

Erweiterungsmöglichkeiten:

Neben dem Einsatz als Sendungsmodule wäre es auch denkbar, pointierte Antworten zu exzerpieren. Das bedingt natürlich eine längere Phase der Nachbetreuung. Die Kinder müssten die Interviews ihrer Gesprächspartnerinnen nochmals anhören und entscheiden, wo interessante Passagen sind.

 

Rahmenbedingungen für das Projekt "Anderssprachige Interviews"

Allgemeine Ziele Interviewaufnahmen anderssprachiger Gruppen unter sich.
Themen Meinungen und Stellungnahmen.
Spielergebnis, Produkt Tonaufnahme, Sendungsmodule für Radiosendungen.
Präsentationsmöglichkeit Einsetzbarkeit in Sendungen.
Sprachen Anderssprachig.
Arbeitsweise Arbeit in Kleingruppen.
Teilnehmer 10 bis 25 Kinder.
Alter der TN 9 bis 13 Jahre.
Dauer 1 (Schul-)Stunde Vorbereitung, dann autonome Aufnahmen mit einer Begleitperson.
Betreuungspersonen Eine Betreuungsperson.
Geräte Drei Tonaufnahmeeinheiten mit Wiedergabemöglichkeit (Mikrofon und Rekorder, Kassettengerät mit eingebautem Mikrofon, Diktiergeräte), für die Vorbereitung ein angeschlossener Lautsprecher.
Vorbereitungszeit/Vorkenntnisse Handhabung der Geräte (Aufnahme, Wiedergabe), ev. Nachbearbeitung mit Übersetzungstexten.
Räumlichkeiten Ein Innenraum zur Vorbereitung, mobile Aufnahmen im Öffentlichen Raum.

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Praxistipp: Interviews führen

Know-how:
Das Interview